Vier Freunde auf großer Reise

© Reprodukt

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Das Kinderbuch „Antonia war schon mal da“ ist eine Geschichte mit viel Liebe zum Detail und sie zeigt, wie spielend leicht Inklusion funktionieren kann.

Der kleine Biber will zusammen mit seinen Freunden auf Reisen gehen. Da heißt es also: Pfadfindertuch um den Hals gebunden, Rucksack aufgesetzt und los geht’s. Auf dem Weg zum Zug holt er erst den Buntspecht ab, dann wartet er kurz, bis der Lurch kommt, und als letztes saust der Igel mit seinem Rollstuhl aus dem Haus. Nun fehlt nur noch Antonia.

Doch die quirlige Gärtnerin hat keine Lust. Sie behauptet sogar, die ganze Welt schon bereist zu haben. Also machen sich die vier Freunde allein auf die abenteuerliche Reise.

Mit ihrer fröhlichen Geschichte „Antonia war schon mal da“ entführen der Autor Patrick Wirbeleit und der Zeichner Max Fiedler ihre kleinen Leser in die große, weite Welt und zeigen, wie kinderleicht und unaufgeregt Inklusion funktionieren kann.

Der Rollstuhl wird nicht thematisiert

Egal, ob die vier Freunde mit dem Bus durch die große Stadt düsen, mit einem U-Boot die Tiefen des Meeres erkunden oder gemeinsam durch tiefen Schnee stapfen: Der Igel und sein Rollstuhl sind überall mit dabei.

Warum der Igel im Rollstuhl sitzt, wird an keiner Stelle thematisiert. Und das ist auch gut so. Denn so wie wir alle, so sind auch die vier Freunde unterschiedlich. Weder die blaue Haut des Lurches noch die Tatsache, dass der Buntspecht fliegen kann, ist für jemanden ein erwähnenswertes Problem.

Beim Bergsteigen muss der Igel zwar feststellen, dass der Pfad für ihn zu steil ist. Doch da nimmt der Biber ihn einfach auf den Rücken, der Lurch schnallt sich den Rollstuhl um den Bauch und dann kann es auch schon weitergehen. Frei nach dem Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Und Antonia, stellen die Freunde fest, war tatsächlich schon überall vor ihnen. Im Wald hat sie ihr grinsendes Gesicht in den Baumstamm geritzt, in der Tropfsteinhöhle finden sie eine Wandmalerei von ihr und als die Freunde mit dem Heißluftballon in den Himmel aufsteigen, treffen sie einen freundlichen Riesen, der sich ihr Lächeln auf den Oberarm tätowieren hat lassen.

Farbenfrohe Wimmelbilder und fröhliche Reime

„Antonia war schon mal da“ ist ein Reise-, Reime- und Wimmelbuch mit viel Liebe zum Detail. Besonders schön sind Fiedlers Zeichnungen. Denn auf den farbenfrohen Wimmelbildern gibt es eine Menge zu entdecken – nicht nur für Biber, Buntspecht, Lurch und Igel, sondern auch für kleine Leser. In dem großen grünen Wald, den die Freunde durchwandern, stehen beispielsweise nicht nur Bäume, Pilze und Büsche: Unter der Erde versteckt sich eine Schatztruhe, in einer Ecke ringelt sich ein Regenwurm in seinem Bett und zwischen den Ästen des Ahornbaums hockt eine Eule und liest.

Die Bilder laden Kinder und ihre Eltern dazu ein, innezuhalten und selbst zu Entdeckern zu werden.

Das Kinderbuch „Antonia war schon mal da“ von Patrick Wirbeleit und Max Fiedler ist bei Reprodukt erschienen und kostet 16,– Euro.